Mädchenwerk Zwiesel e.V

“Das Soziale liegt mir einfach”

Zeitungsbericht aus “Der Bayerwald Bote”

Benedikt Dick hat  eine Ausbildung zum Pflegefachmann begonnen Manchmal ist sie nur der Anlass für einen kurzen Ratsch, ein anderes Mal der Auftakt für ein langes Gespräch. In seiner Serie bittet der Bayerwald-Bote zu einer Tasse Kaffee.   Unser Gesprächspartner heute ist Benedikt Dick (16) aus Zwiesel. Er hat am 1. September  an der Arberlandklinik Zwiesel die Ausbildung zum Pflegefachmann begonnen. 

Kaffee mit Milch, Zucker oder schwarz, Benedikt?

Mit Milch und Zucker bitte.

Wir sitzen hier in einem Konferenzraum der Zwieseler Arberlandklinik. Am Mittwoch hast du hier deine Ausbildung begonnen. Wie war der erste Tag?

Es gab einen Einführungstag für alle neuen 35  Azubis. Personalleiterin Stephanie Blüml hat uns begrüßt und   man hat uns einen Power-Point-Vortrag gezeigt, bei dem das Unternehmen Arberlandkliniken vorgestellt wurde.

War bestimmt ein komisches Gefühl, lauter neue Gesichter?

Ja schon, aber zum Glück haben auch drei meiner ehemaligen Klassenkameradinnen eine Ausbildung hier begonnen. Ich kenne also bereits ein paar Gesichter.

Wo hast du deinen Schulabschluss gemacht?

An der Mittelschule in Zwiesel. Dort habe ich in diesem Sommer meine mittlere Reife gemacht.

Wie kam es, dass du dich für eine Ausbildung in der Pflege entschieden hast?

In der 8. Klasse habe ich ein Praktikum in der Demenz-WG der Arbeiterwohlfahrt in Zwiesel gemacht. Das hat mir gut gefallen. Das nächste Praktikum habe ich dann hier in der Zwieseler Arberlandklinik gemacht und das hat mir noch besser gefallen (lacht).

Was hast du während des Praktikums im Krankenhaus gemacht?

Ich war auf der Station und habe geholfen, Patienten zu waschen. Ich habe ihnen beim Essen geholfen und auch Blutdruck gemessen und solche Sachen.  In den zwei Wochen habe ich einen guten Einblick in den Beruf bekommen und wusste dann: Das will ich in Zukunft machen.

Und dann hast du dich bei den Arberlandkliniken um einen Ausbildungsplatz beworben?

Ja, genau. Ich habe   eine Bewerbung hingeschickt und per E-Mail eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen. Da bin ich dann mit meiner Mutter hingegangen. Nach dem Gespräch meinte Angela Schwarz, die  Pflegedienstleiterin, dass ich zum 1. September 2021 anfangen könnte.

  Was gefällt dir so am Pflegeberuf?

Ich habe zwei linke Hände, ein Handwerksberuf  wäre absolut nichts für mich (lacht). Das Soziale liegt mir einfach. Ich will mit Menschen zu tun haben und nicht jeden Tag das Gleiche tun in der Arbeit. Der Pflegeberuf ist sehr abwechslungsreich, das gefällt mir.

Wie  haben deine Eltern und deine Freunde reagiert, als du ihnen deine Entscheidung mitgeteilt hast?

Meine Eltern haben mich unterstützt und gesagt: Wenn es das ist, was du willst, dann mach es.  Bei meinen Freunden war es ähnlich. Sie haben mich aber gefragt, ob ich das wirklich tun kann, Patienten waschen, zum Beispiel. Aber ich habe damit kein Problem.

Es gibt immer noch viele Vorurteile, was Pflegeberufe angeht, die Arbeitszeiten, die angeblich schlechte Bezahlung…

Vorurteile gibt es in jedem Beruf. Davon lass’ ich mich  nicht beeinflussen.

  Pflege  galt lange als typischer Frauenberuf.  Ist das  heute auch noch so?

Es sind schon mehr Frauen als Männer. Von den 32  neuen Azubis im  Pflegebereich   sind wir insgesamt sechs Männer.

Wie läuft die Ausbildung zum Pflegefachmann genau ab?

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Wir haben Blockunterricht am Mädchenwerk Zwiesel und hier in der Klinik bin ich erst einmal auf der Station 2, also der Inneren Abteilung, im Einsatz.  Im Laufe der Ausbildung werde ich auf verschiedenen Stationen im Haus tätig sein. Auf jeder Station gibt es einen so genannten Praxisanleiter, der mein Ansprechpartner als Azubi ist.

Auf was freust du dich am meisten?

Ich freue mich darauf,  meine Kollegen kennen zu lernen und ich freue mich auf die Kontakte zu den Patienten. 

Gibt es auch etwas, wovor du ein wenig Bammel hast?

Eigentlich nicht. Die werden mir den Kopf schon nicht abreißen (lacht).

Gibt es einen Bereich in der Pflege, der dich besonders interessiert?

Ja, die Psychiatrie. Diesen Fachbereich finde ich sehr komplex und faszinierend. Ich will wissen, wie man mit Krankheiten umgeht, die nicht offensichtlich sind, sondern sich im Kopf abspielen. Im Laufe meiner Ausbildung werde ich auch die Möglichkeiten bekommen, in die Psychiatrie hineinzuschnuppern.

Was wünscht du dir für deine berufliche Zukunft?

Einfach, dass alles so hinhaut, wie ich mir das vorstelle.

Interview: Christina Hackl

 Die Arberlandkliniken bilden Nachwuchsfachkräfte in den Berufen Kaufleute im Gesundheitswesen, Medizinische Fachangestellte, Pflegefachmann/frau,  Operationstechnische Assistenten und Fachinformatiker für Systemintegration aus. Bewerbungen für das Ausbildungsjahr 2022 sind bis 31. Oktober 2021 möglich unter bewerbungen@arberlandkliniken.de. Mehr Infos findet man auch unter www.arberlandkliniken.de