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Neu ab dem Schuljahr 2008/2009:
Berufsfachschule für Altenpflegehilfe des Mädchenwerks Zwiesel
Hier finden Sie erste Informationen über das neue Angebot des Berufsbildungszentrums für soziale Berufe Zwiesel


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Neue Schule beim Mädchenwerk
Im September startet Berufsfachschule für Altenpflegehilfe ? Ein Stück Zukunftssicherung?

Zwiesel. Das Mädchenwerk weitet ab dem kommenden Schuljahr sein Angebot aus: Eine Berufsfachschule für Altenpflegehilfe wird dann das Spektrum im Berufsbildungszentrum für soziale Berufe ergänzen. Neben Fachakademie für Sozialpädagogik und den Berufsfachschulen für Kinderpflege bzw. Altenpflege wird das die vierte Schule unter dem Dach des Mädchenwerks an der Theresienthaler Straße. Was die Verantwortlichen zu der Gründung  bewogen hat und was Interessierte an der neuen, einjährigen Schule erwartet, darüber hat sich der Bayerwald-Bote mit Mädchenwerk-Geschäftsführer Johann Forster und Schulleiter Oskar Heindl unterhalten.

Herr Forster, Herr Heindl, die räumlichen Verhältnisse im Berufsbildungszentrum sind beengt, finanziell muss man sich ohnehin nach der Decke strecken ? wieso dann noch eine neue Schule?

Heindl: Wir bekommen seit Jahren immer wieder Anfragen nach einer Altenpflegehilfe-Ausbildung, diese Leute mussten wir bisher  immer an die Nachbarschulen in Grafenau, Bad Kötzting oder Plattling verweisen. Heuer hat es ungewöhnlich viele Nachfragen gegeben.
Auf der anderen Seite gibt es offenkundig auch Bedarf bei den potenziellen Arbeitgebern.  Von dort kommen regelmäßig Anfragen nach  Hilfskräften mit fachlicher Ausbildung. Und außerdem bietet die Berufsfachschule für Altenpflegehilfe eine Möglichkeit für all die Interessenten, die die Zugangsvoraussetzungen für unsere Berufsfachschule für Altenpflege nicht erfüllen.
Forster: Beim Schulträger stand bei der Entscheidung der Gedanke der Zukunftssicherung für die Altenpflegeschule im Vordergrund. Schließlich ist unsere Pflegeschule die einzige im Landkreis. Wir erhoffen uns aus der neuen Schule auch neue Schüler für die Berufsfachschule für Altenpflege. Denn nach der Altenpflegehilfe-Ausbildung hat man die Zugangsberechtigung zur dreijährigen Altenpflegeschule.
Wer mit einem besseren Notenschnitt als 2,0 abschließt, kann dort die Ausbildung sogar auf zwei Jahre verkürzen. Das bedeutet auch für die Arbeitgeber, dass sie nur zwei Jahre einen bezahlten Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen müssen ? und das für Leute, die schon berufliche Erfahrung mitbringen.

War die Zulassung der neuen Schule schwierig?

Forster: Da hat es keine Probleme gegeben. Wir konnten nachweisen, dass die räumlichen und personellen Voraussetzungen erfüllt sind. Am 9. Juni ist die schulaufsichtliche Genehmigung durch die Regierung von Niederbayern erteilt worden.

Wer kann die Berufsfachschule für Altenpflegehilfe besuchen? Und haben Sie schon konkrete Anfragen?

Heindl: Wir haben ohne Werbung schon zehn Bewerbungen und sind zuversichtlich, dass es noch mehr werden. Die Zugangsvoraussetzungen sind: Hauptschulabschluss, Mindestalter 17 Jahre und keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
Forster: Für Altenheime gäbe es hier übrigens eine sehr gute Gelegenheit, Mitarbeiter qualifizieren zu lassen. Über das Programm „WEGEBAU“ würde das von der Arbeitsagentur sehr großzügig gefördert.

Wie kann man sich die Ausbildung vorstellen?
Heindl: Wir haben ein Modell erarbeitet, das vorsieht, dass die Schüler drei Tage pro Woche im Praktikum sind und donnerstags und freitags an der Schule. Sie bekommen eine Grundausbildung in der Altenpflege vermittelt.

Wo können die Absolventen eingesetzt werden?
Heindl: Sie sind nach Abschluss der Ausbildung staatlich geprüfte Pflegefachhelfer und können vor allem in Altenheimen tätig sein, wo sie einer Fachpflegekraft zur Hand gehen. Denkbar wäre auch ein Einsatz bei Sozialstationen, allerdings nur bei Patienten, die nur eine Grundpflege brauchen.

Braucht man für die neue Schule auch neue Lehrer? Und reicht überhaupt der Platz?

Heindl: Durch einige Umschichtungen und stärkeren Einsatz der Teilzeitkräfte schaffen wir es mit dem vorhandenen Personal.
Forster: Was den Platz betrifft: Wir sind zwar absolut am Rand der räumlichen Kapazitäten, aber bei der Kinderpflege fällt die kleine Parallelklasse weg, die wir wegen der übergroßen Nachfrage in den letzten Jahren eingerichtet hatten. Dadurch wird ein Raum  frei, den wir für die Altenpflegehilfe-Schule nutzen können.

Ist es schwierig, Praktikumsplätze für die neuen Schüler zu finden?

Heindl: Nein, diese Praktikanten müssen nicht bezahlt werden, da hatten wir im Nu die nötigen Zusagen.

Startet die Schule auch, wenn Sie die Mindestschülerzahl 16 nicht erreichen?

Forster: Wir beginnen auch mit weniger als 16 Schülern, denn in den ersten beiden Jahren erhalten wir sowieso keinen Betriebszuschuss. Wir haben aber unsere Hauptzuschussgeber bereits informiert, die Zuschussan-träge sind in Bearbeitung. Auch bei einer Stiftung haben wir eine Förderung beantragt und sind zuversichtlich, etwas zu bekommen.
Heindl: Man muss bestimmt zwei Jahrgänge haben, um zu sehen, ob sich die Schule etabliert. Sicher ist aber auf alle Fälle: Die Altenpflege ist ein Beruf mit Zukunft.

Das Gespräch führte Rainer Schlenz.

Artikel aus dem Bayerwald-Boten (Passauer Neue Presse) vom 28.6.2008
 

 


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