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Fremdes entdecken - mystisches Siebenbürgen, das Land jenseits der Wälder

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In das Land der Siebenbürger Sachsen, ins Zentrum Rumäniens, führte die diesjährige Exkursion im Rahmen des Wahlfaches „Fremdes entdecken“. Für 15 Studierenden der Fachakademie für Sozialpädagogik sowie ihre begleitenden Lehrerkräfte Andrea Feitz, Julia Loibl, Elke Ohland, und Oskar Heindl ging es mit dem Zug zunächst nach Wien und von dort aus mit Liegewagen weiter nach Sighisoara/Schäßburg. Nach 19 Stunden Zugfahrt wurde das Ziel erreicht und alle waren froh das Gepäck im Hostel abstellen zu können. Ein kleiner Rundgang durch das einzigartige mittelalterliche Zentrum weckte die müden Geister, der Aufstieg auf den Stundturm, dem Wahrzeichen des als UNESCO Weltkulturerbe geführten historischen Zentrums durfte nicht fehlen.
Am nächsten Tag standen nach dem Besuch einer Geigenfabrik in Reghin und zwei Kinderheimen auf dem Programm. Organisation und Führung übernahm Herr Peter Schuler, der insbesondere in Regen als Kontaktmann von Hilfsleistungen nach Rumänien kein Unbekannter ist. Der Abend wurde mit weiteren Erkundungen in der malerischen Schäßburger Altstadt verbracht.
Zur nächsten Reisestation Brasov/Kronstadt ging es für die Reisegruppe mit dem Bus. Auf dem Weg dorthin wurde in Weißkirch/ Viscri ein Zwischenstopp eingelegt. In diesem noch sehr ursprünglichen Dörfchen reihen sich kleine, bunte Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert an einer breiten, holprigen Dorfstraße. Die Sanierung dieses Ortes hat sich eine Stiftung zur Aufgabe gemacht, die tatkräftig von Prinz Charles aus England unterstützt wird. Nach der Besichtigung der dortigen Kirchenburg und einer Wanderung durch die noch sehr traditionelle, kleinteilige Landschaft mit ihren, extensiv genutzten Wiesen-, Weiden-und Hecken erlebten die Studierenden am Spätnachmittag begeistert das nach Hause kommen der Weißkircher Kühe und Ziegen, die zu hunderten jeden Tag zur fast gleichen Zeit von ihren Weiden über die Dorfstraße in den heimatlichen Stall trotten.
In Brasov konnte zum Ende der Reise noch ein wenig Großstadtluft geschnuppert werden. Nach dem Stadtrundgang rund um die Schwarze Kirche und vorbei am Denkmal des Humanisten und Reformators Johannes Honterus war „Freizeit“ angesagt. Die hatten sich die Studierenden auch redlich verdient, hatten sie doch gekonnt alle Programmpunkte mit kurzen, zu Hause vorbereiteten „Info-Spots“ gewürzt. Diese lieferten das notwendige Hintergrundwissen und deckten eine Themenvielfalt ab, die von der wechselvollen politischen und religiösen Geschichte Siebenbürgens und der Siebenbürger Sachsen über die Geschichte von Dracula bis hin zu naturkundlichen Themen wie Geographie und Umgang mit Bär und Wolf reichten.
Als gut erhaltene Zeugen der wechselvollen Geschichte Siebenbürgens fungieren die zahlreichen, teilweise zum UNESCO Weltkulturerbe ernannten Kirchenburgen, die ab dem 15.Jdt. zur Verteidigung gegen Türken- und Tatarenen- Einfälle gebaut wurden. Ein Abstecher zur besonders stark befestigten Kirchenburg Prejmer/Tartlau durfte daher im Programm nicht fehlen. Ein 30 m lange Eingangstunnel, zahlreiche kleine Wohnkammern an der Innenseite der Ringmauer, die über unzählige kleine enge Tunnel verbunden sind – es fiel nicht schwer einen lebendigen Eindruck von der Verteidigung im Belagerungsfall zu bekomme!
Am letzten Tag erleichterte der Regen den Abschied. Müde, voller positiver Eindrücke über ein bislang eher unbekanntes europäisches Land, und mit einigen Vorurteilen weniger ging es für die Studierenden der Fachakademie per Nachtzug wieder nach Hause.